Früher


Wie und wo alles begann … 

Der Erbachshof ist zweifelsohne eine Voltigierhochburg! Aber wie kam es dazu, dass um das Jahr 2007 plötzlich wie aus dem Nichts Voltigierer aus „Eisingen" auftauchten? Der Ursprung allen „Übels" stammt aus Niederbayern. Vor langer, langer Zeit, im Jahre 1998, begannen zwei kleine Mädchen, die Kufner-Sisters Maria und Veronika Kufner, im niederbayerischen Deggendorf, eine von wenigen bekannte Sportart, das Voltigieren, auszuüben. Einige Jahre später verschlug es sie mitsamt ihrem Verein nach Passau. Sie wurden zu Teenagern und begannen schon bald selbst Gruppen zu trainieren. Maria wurde mit ihrem Pferd, dem „wilden Rico“ auf Turnieren recht schnell bekannt. Aus Studiengründen landeten die Kufner-Sisters schließlich in der Weinstadt Würzburg. Zunächst gab es Voltigieren im kleinen Format (Breitensport u. Einzelvoltigieren) in Lengfeld. Mit dem Kauf von Marias erstem eigenem Pferd Aladin 2005 kam es jedoch zur bisher letzten großen Kehrtwendung! Aladin bewog Maria zum Umzug nach Eisingen, da sie das kilometerlange Radfahren von Würzburg nach Eisingen satt hatte. Als sie für Aladin auf dem Erbachshof auch noch einen guten Einstellerplatz fand, begann sie zunächst im Kleinen mit dem Einzelvoltigieren. Da Sonja Kaiser 2007 und 2008 eine recht gute Figur machte (z. B. Platz 1 in Bad Windsheim), schwappte die Euphorie schließlich 2009 auch auf die inzwischen rekrutierten Gruppenvoltigierer als auch wieder auf Veronika Kufner im Einzelvoltigieren über. Als Maria die Hauptpächterin des Erbachshofes wurde und mehr Boxen frei wurden, kam es immer mehr zum Ausleben ihres Pferdesammelinstinkts. Der Hinzukauf weiterer Pferde ermöglichte schließlich den Ausbau einer ansehnlichen Voltigierabteilung. Und damit nahm es seinen Lauf, dass sich das Voltigieren auf dem Erbachshof ganz langsam aber sicher unter der unangefochtenen Herrschaft von Maria Kufner einen Namen machte … 

Im Jahr 2009 blühte das Voltigieren auf dem Erbachshof schließlich so richtig auf. Im Stall war es aber noch so richtig chaotisch. Den Stall hatte Maria Kufner erst im Vorjahr als Hauptpächterin übernommen. Zuvor war sie nur normale Einstellerin im Erbachshofstall gewesen. Die von den Vorpächtern hinterlassenen „Altlasten“ mussten nach und nach beseitigt werden. Überall auf dem Hof standen z.B. alte Schränke, die mit Müll gefüllt waren. 2009 gab es zudem ein großes Pferdefest auf dem Erbachshof, bei dem erste Kutschfahrten unternommen wurden und der im Vorjahr geborene Calimero erste Begeisterungsstürme hervorrief. Der damals bereits baufällige Reitplatzzaun und die schief hängenden Tore konnten die Erbachshoffreude in diesem schönen Sommer 2009 kaum trüben. In der Turniersaison des Jahres 2009 konnten im Voltigieren auch schon ansehnliche Erfolge erzielt werden. Dem schönen Sommer folgte ein ziemlich kalter Winter, wofür Eisingen, wie der Name schon sagt, ja generell bekannt ist. Aber wir hatten damals trotz fehlendem Lagerplatz für Heu, was tägliches Trennen von Schimmelheu und gutem Heu notwendig machte, auch am Winter 2009 unsere Freude. 

2010 war ein turbulentes Jahr. Angefangen hat es damit, dass Merle unerwartet Nachwuchs hatte. Das Projekt „Wildkatzen domestizieren“ war gar nicht so einfach, gelang aber am Ende. Am Ende fanden die beiden Kätzchen ein Zuhause bei der Nachbarin einer Reitbeteiligung. Der Nachwuchs auf dem Erbachshof betraf aber auch die Pferde, da im März Mustafa das Licht der Welt erblickte. Schließlich war 2010 auch noch das Jahr der großen „Reitplatzaktion“. Es kam ein ganzer Lastwagen voll Sägespänne, der in tagelanger Schwerstarbeit durch viele Helfer auf dem Reitplatz verteilt wurde. Danach folgte der Tag der offenen Tür, der trotz regnerischem Wetter ein voller Erfolg war. Eingerahmt durch viele Darbietungen und reichlich Speis und Trank konnten sich die Besucher über das Angebot auf dem Erbachshof informieren. Ein großer Erfolg war dabei insbesondere die Reitquadrille – das Ergebnis des ersten Jahres Reitunterricht auf dem Erbachshof. Neben dem Reitunterricht zog in diesem Jahr auch erstmals die Reittherapie auf dem Erbachshof ein. Auch Voltigierturniere kamen in diesem Jahr nicht zu kurz. Vor allem Aladin genoss es immer wieder im Rampenlicht zu stehen. Von Mitte Juli bis Mitte September wurde der Erbachshof von einer langen Regenphase heimgesucht. Die Anfang des Jahres durch massiven Arbeitseinsatz errichteten Plastikzelte zeigten bald massive Dellen. In der Folge musste festgestellt werden, dass sich diese Zelte zum Lagern von Heu und Einstreu wegen der starken Regenphasen und heftigen Winter mit massivem Schneereichtum in Eisingen einfach nicht bewähren. Die Zelte wurden deshalb nach und nach abgebaut und entsorgt. Aber trotz der Rückschritte mit denen wir vor allem im Winter immer wieder konfrontiert waren, genossen wir auch den Herbst und Winter 2010. So heiterte uns im Herbst 2010 das Hinzukommen unserer Hündin Polly auf, und im Winter erfreuten wir uns an dem Besuch vom Nikolaus auf dem Erbachshof.

2011 war das Jahr der großen Entscheidungen. Der Pferdezuwachs war inzwischen enorm geworden . Schon 2010 hatten wir immer wieder einmal nach Bauernhöfen oder Reitanlagen als Zuhause für unsere Pferde gesucht. Die Suche war aber nicht nur aus finanziellen Gründen erschwert. Schwierig war es dabei auch, einen Platz zu finden, der nicht zu weit weg von Eisingen liegt, damit unsere uns ans Herz gewachsenen Reit- und Voltigierkinder weiter zu uns fahren konnten. Im Jahr 2011 nahm nun aufgrund der Bekanntmachung, dass die Besitzer des Erbachshofes, die Südzucker AG, den Viereckhof mit dahintergelegenem Stall verkaufen wollen, der Druck, einen eigenen Hof zu finden, immer mehr zu. Die Angst, plötzlich mit so vielen Pferden auf der Straße zu stehen, spornte uns immer mehr bei der Suche an. Nachdem aber immer mehr Objekte nicht in Frage kamen, ging uns langsam die Puste aus. Schließlich brachten die Eltern von den Kufner-Sisters ihre Kinder auf die Idee, doch den Erbachshof käuflich zu erwerben. Das Jahr 2011 war von da an von viel Bürokratie geprägt. Kaufverhandlungen, Kreditvergleiche, etc. waren fortan unser Tagesgeschäft. Nebenbei ging aber natürlich das normale Tagesgeschäft weiter. Von Voltigierzeltlager über gemeinsame Ausreitaktionen war auf dem Erbachshof wieder einmal alles geboten. Auch der Pferdezuwachs nahm nach der Kaufentscheidung weiter zu; so kam z.B. Alibaba als Neuankömmling in unsere Pferdeherde. Obwohl die endgültige Kaufabwicklung erst Anfang 2012 zustande kam, durften wir im Winter 2011 erstmals unser Heu in einer richtigen Halle mit dichtem Dach einlagern. Die Erleichterung ob der Verabschiedung von Schimmelheu war zu spüren. Mit Aussicht darauf, dass der Erbachshof bald uns gehört, investierten wir schließlich auch mehr in den Erhalt des Stallgeländes. Es kam zum Abriss des baufälligen Reitplatzzaunes und zum Hinzukauf von mehr Stahlpanels, mit denen wir Paddocks auf dem Reitplatz bauten. Zudem wurden am letzen Oktoberwochenende in Schwerstarbeit durch viele Helfer Fertigpaddocks aufgestellt. So hatten unsere doch sehr freiheitsliebenden Pferde endlich auch im Winter immer einen frischen Wind um die Nase!

Im März 2012 wurde der Erbachshof von den Kufner-Sisters Maria und Stefanie Kufner endlich käuflich erworben. Damit fing die Arbeit aber erst so richtig an. Da der Erbachshof von Grund auf kein Pferdehof ist, musste nun erst einmal viel Kraft und Geld in erste Umgestaltungsmaßnahmen gelegt werden. Der lang ersehnte Einbau einer Toilette in den unteren Stalltrakt gelang sehr schnell, aber insbesondere die Organisation des Reithallenbaus mit Bauanfrage, Abriss der ursprünglichen Garagenreihe auf dem Bauplatz, etc. war sehr zeitintensiv. Ein neuer Sägespänebelag auf dem Außenreitplatz konnte zwischenzeitlich das Matschproblem erneut beseitigen. Auch die Vereinsgründung benötigte einiges an „Frauen-Power“. Letztlich war nach viel Organisation die Vereinsgründung des Pferdesportvereins Würzburg-Erbachshof e. V. aber spruchreif. Für die Weitergaben an Informationen an unsere Erbachshofmitglieder blieb aber zunächst einmal nicht viel Zeit, da die Turniersaison für unsere Voltigierer inzwischen schon voll gestartet war und auch recht erfolgreich verlief. So wurde der große Trainingsehrgeiz der 1. Gruppe um Maria Kufner mit einem beachtlichen 3. Platz auf den Fränkischen Voltigiermeisterschaften belohnt. Am 09.09.12 fand schließlich die erste große Mitgliederversammlung des Vereins Pferdesportverein Würzburg-Erbachshof e. V. statt. Im Rahmen eines Hoffestes wurde die „Erbachshofgemeinde“ über den neu gegründeten Verein informiert. Im Herbst verstärkten zudem der Schimmel Camillo und Aladins Neffe Janosch die Pferdeherde des Erbachshofes. Auf den ersten Enthusiasmus des ersten Vereinsgründungsjahres folgten dann ein schwerer Herbst und Winter, da der geplante Reithallenbau wegen der Witterungsverhältnisse immer wieder pausieren musste und schließlich im Jahr 2012 nicht mehr vollendet werden konnte. So trotzten schon Ende Oktober 2012 tapfere Voltigierer Reiter bei Abzeichenprüfungen der eisigen Kälte. Mit dem Martinszug in Höchberg mit unserem Martinspferd Alibaba hielten wir uns und unsere Erbachshofgemeinde zwischenzeitlich bei Laune. Zur Weihnachstfeier ist eigentlich nur noch zu sagen: „Klirrende Kälte, Schnee und zugefrorene Tränken, wo ist das wohl – natürlich auf dem Erbachshof in Eisingen!“ Nikolaus, Engelchen, Rentiere usw. trotzten aber der Kälte und machten schöne Aufführungen vor den vielen anwesenden Zuschauern bei Gebäck und Glühwein. Und schließlich erschien auch noch der Bezirkskreisleiter vom Bayerischen Landessportverband und verlieh uns die Mitgliederurkunde. Damit gehörte der PSV Würzburg-Erbachshof e. V. nun auch offiziell den bayerischen Vereinen an!